
» Transformation einer Rehabilitationsklinik zu einer patientenzentrierten Matrixorganisation
Projektskizze
Das
schweizerische Gesundheitswesen wird vermehrt von ökonomischen
Fragestellungen tangiert. Behandlungen sollen nach wie vor hohen
Qualitätsanforderungen genügen, dürfen aber nicht mehr
grenzenlos Kosten generieren. Um beiden Anforderungen gerecht zu werden
und damit auch zukünftig lebensfähig zu sein, sind
Institutionen im Gesundheitswesen gefordert, ihre Organisationsformen
den neuen Rahmenbedingungen anzupassen.
Die untersuchten Organisationen unterzogen sich erfolgreich einer
solchen Transformation und entwickelten dabei eine für das
Gesundheitswesen neuartige Organisationsform: die patientenzentrierte
und prozessorientierte Matrixstruktur.
Das Forschungsprojekt
begleitete diesen Transformationsprozess. Es sollte aufgezeigt werden, wie ein solcher
Transformationsprozess ablaufen kann und welche erfolgreichen und
weniger erfolgreichen Praktiken in vorliegenden Fall eingesetzt
wurden. Im Fokus standen dabei folgende Fragen: Wie kam es zu dieser
Wandelinitiative? Wie wurde die Wandelarbeit organisiert und welchen
Verlauf nahm sie? Wie wurde kommuniziert? Wie entwickelten sich die
Rollen der Beteiligten? Wie reagierte die Organisation auf diese
Wandelinitiative? Und welche kurz- und langfristigen Wirkungen ergaben
sich daraus?
Mit
Hilfe von Interviews mit direkt Betroffenen und durch die Analyse von
Dokumenten wurde diesen Fragen nachgespürt. Die erhaltenen
Sichtweisen wurden rekonstruiert und aus dem Blickwinkel eines
systemischen Managementverständnisses gedeutet. Ein
abschliessender Feedback-Workshop mit allen Interviewpartnern und der
Geschäftsleitung diente dazu, die Ergebnisse zu reflektieren und zu
plausibilisieren.
Ergebnisse
Die zentrale Erkenntnis dieser Studie besteht darin, dass der Erfolg von tief greifenden Veränderungsprozessen wesentlich davon abhängt, inwieweit der kulturellen Dimension von Wandelprozessen gezielt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies kann geleistet werden durch die Formulierung von Teilzielen, die auch kurzfristig umsetzbar sind, durch eine empfängerorientierte Kommunikation mit transparenten Botschaften, durch die Mobilisierung der Mitarbeitenden über die Schaffung einer Legitimations- und Vertrauensbasis, durch einen konstruktiven Umgang mit Kritikern sowie durch eine glaubwürdige und verlässliche Führung.
Beteiligte Forschende
Lea Bachmann (Bachelorarbeit), Silke Bucher, Harald Tuckermann
Forschungszeitraum
Frühjahr 2006
Veröffentlichungen & Arbeitspapiere
Bachmann, L. (2005): Spitalmanagement - Entwicklung einer prozess- und patientenorientierten Organisation.
Bachelorarbeit, Universität St. Gallen